Ringvorlesung Soziale Arbeit in Verantwortung Welche Verantwortung hat Soziale Arbeit heute – und entlang welcher Normativitäten verhandeln wir dies?
Verantwortungsbegriffe sind in der Sozialen Arbeit alltäglich präsent, die explizite Auseinandersetzung mit den Normativitäten von Verantwortungshorizonten bleibt jedoch oft die Ausnahme (z. B. Merchel/ Hansbauer/ Schone 2023). In der Disziplin werden Verantwortungen unterschiedlich normativ konzeptioniert und ausgetragen – u. a. in feministisch inspirierten, alteritätsorientierten, rechtfertigungsorientierten, rechtlichen und historischen Diskursen. Als verantwortlich gelten sowohl die Adressat*innen (Eigenverantwortung) als auch die Fachkräfte (professionelle Verantwortung, Beziehungsgestaltung, Verfahren) und – zunehmend – Organisationen und Institutionen (Organisationsethiken). An einigen Stellen wird auch eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung betont, etwa im Kontext von 球探比分网gefährdung. Bei aller Diffusität zeigt sich: Verantwortung ist ein relationales Konzept – zwischen Autonomie und Verletzlichkeit, Selbstbestimmung und Sorge, (Menschen-)Rechten und Moral, Fachkräften und Strukturen, Leistungserbringern und Kostenträgern, Institutionen u. a. Aktuelle Entwicklungen wie Fachkräftemangel, Umbau des Sozialstaats, Wohnraummangel und Digitalität fordern die Soziale Arbeit heraus, Verantwortung und Verantwortlichkeiten neu zu verhandeln. Die Verantwortung der Wissenschaft ist es, Fragen zu stellen, Normativitäten zu rekonstruieren und Antworten angesichts gesellschaftlicher Dynamiken reflexiv zu wagen.
Die Ringvorlesung beleuchtet daher Verantwortung aus für die Soziale Arbeit relevanten Perspektiven – professionstheoretisch, philosophisch, menschenrechtlich, organisationsbezogen und technologisch – und lädt zum Dialog zwischen Studium, Praxis und Wissenschaft ein.
Alle Termine und Informationen finden Sie auf der Homepage der TH Augsburg
Flyer mit Programm zum Download
Dienstag, 19.05.2026, 17.30-19.00 Uhr, Hochschule Esslingen (hybrid)
Das Verhältnis von Selbstbestimmung, Sorge und Verantwortung. Ein Werkstattgespräch
Kritische Professionalität in der Sozialen Arbeit, so die Grundannahme, bewegt sich zwischen Selbstbestimmungssehnsucht und Verletzlichkeit der Adressat*innen. Normative Gerüste, wie Menschenwürde und Menschenrechte, vermitteln zwischen diesen Konstitutionen des Menschseins, denn auch sie nehmen – ohne über das Subjekt zu verfügen und es festlegen zu können – Freiheitsförderndes und Sorgetragendes gleichermaßen in den Blick. An diesem Abend soll ein menschenrechtlich inspirierter Entwurf Kritischer Professionalität aus sozialarbeiterischen, philosophischen und rechtlichen Perspektiven heraus - revidierungsoffen - weitergedacht und konkretisiert werden. Fragen nach Verantwortung im Arbeitsbündnis und auf Ebene der Institutionen können in dem Fachgespräch eine diskursive Verschränkung finden. Verantwortung ist, was sich in professionellen Kontexten Akteur*innen wechselseitig ‚schulden‘ und was sie sich - im besten Falle in verantwortungsvollen, institutionellen Kontexten - wechselseitig und ambitioniert zuzusprechen vermögen.
Eine Anmeldung ist erforderlich
Ort: Hochschule Esslingen
Aula Flandernstraße
73732 Esslingen
Die Ringvorlesung wird gemeinsam organisiert von:
Prof. Dr. Josephina Schmidt (Technische Hochschule Augsburg)
Dr. Athanasios Tsirikiotis (Gesundheitsamt Landeshauptstadt Stuttgart)
Prof. Dr. Sandro Bliemetsrieder (Hochschule Esslingen)
Prof. Dr. Katja Maar (Technische Hochschule Köln)
Prof. Dr. Eva-Maria Lohner (Evangelische Hochschule Ludwigsburg)
Interesse geweckt? Informier dich! über unser Studienangebot
Jetzt orientieren!
Studiengang finden